KI-gestützte Meldung auf Grundlage der verlinkten Originalquelle.

Die neue Rangliste der 500 reichsten Deutschen, die das „Manager Magazin“ veröffentlicht hat, verzeichnet 257 Milliardäre. Das sind so viele wie nie zuvor. Hohes Vermögen liegt in Deutschland demnach überwiegend in Familienhand: Auf den vordersten Plätzen stehen die Familien hinter Boehringer Ingelheim, Merck und BMW. Einzelpersonen, denen ein Vermögen allein zugerechnet wird, sind laut Liste nicht nur an der Spitze, sondern insgesamt die Ausnahme.

Die zehn reichsten Einzelpersonen kommen zusammen auf rund 117 Milliarden Euro. Dabei ist der Besitz sehr ungleich verteilt: Mehr als zwei Drittel entfallen auf den Lidl-Gründer Dieter Schwarz und den Silicon-Valley-Investor Andreas von Bechtolsheim. Die übrigen Plätze belegen unter anderem ein Pharmaunternehmer, der Shopify-Gründer und die Erbin eines Pharmakonzerns.

Bei den Zahlen handelt es sich laut „Manager Magazin“ um Schätzungen. Das Magazin stützt sie nach eigenen Angaben auf Recherchen in Archiven und Registern sowie auf Auskünfte von Vermögensverwaltern, Anwälten, Bankern und Vertretern der Gelisteten. Berücksichtigt werden unter anderem Firmenbeteiligungen, Immobilien, Aktien und Kunst.

Platz 1 unter den Einzelpersonen belegt Dieter Schwarz mit 53,7 Milliarden Euro, ein Plus von 7,2 Milliarden seit 2025. In der Gesamtliste steht er auf Rang 2. Sein Vermögen gründet auf der Schwarz-Gruppe in Neckarsulm mit den Handelsketten Lidl und Kaufland, dem Entsorger PreZero und der IT-Sparte Schwarz Digits. Nach eigenen Angaben betreibt die Gruppe 14.500 Filialen und beschäftigt rund 604.000 Mitarbeiter. Der 1939 in Heilbronn geborene Kaufmannssohn übernahm die Firma 1977 nach dem Tod seines Vaters und baute Lidl zu einem der großen Discounter aus. Seine Anteile hält die 1999 gegründete gemeinnützige Dieter-Schwarz-Stiftung, die Bildung und Wissenschaft fördert, etwa mit dem Bildungscampus in Heilbronn. Schwarz meidet die Öffentlichkeit konsequent.

Andreas von Bechtolsheim folgt mit 27,7 Milliarden Euro, in der Gesamtliste Rang 6. Sein Vermögen wuchs binnen eines Jahres um 9,5 Milliarden Euro. Es beruht auf dem US-Netzwerkausrüster Arista Networks, früher war er zudem an Sun Microsystems beteiligt. Der am Ammersee geborene Informatiker gehörte 1982 zu den vier Gründern von Sun Microsystems und 1998 zu den ersten Google-Investoren. Der Legende nach stellte er den Google-Gründern einen Scheck über 100.000 US-Dollar aus, als die Firma rechtlich noch nicht existierte. 2004 war er an der Gründung von Arista beteiligt, das heute stark vom KI-Boom profitiert. 2024 legte er Insiderhandelsvorwürfe der US-Börsenaufsicht SEC per Vergleich bei, ohne sie einzuräumen. Bis 2029 darf er keine Führungspositionen in börsennotierten Unternehmen übernehmen.

Auf Platz 3 steht Wolfgang Marguerre mit 6,5 Milliarden Euro (plus 0,7 Milliarden; Gesamtliste: Rang 34). Er gründete 1983 den Schweizer Pharmakonzern Octapharma, einen der weltgrößten Hersteller von Arzneimitteln aus menschlichem Blutplasma. Sein Sohn Tobias ist stellvertretender Vorsitzender des Verwaltungsrats. Marguerre wurde 1941 in Heidelberg geboren und ist dort als Mäzen bekannt; unter anderem finanzierte er die Sanierung des Theaters mit.

Tobias Lütke liegt mit 6,3 Milliarden Euro auf Rang 4 (plus 1,1 Milliarden; Gesamtliste: Platz 35). Sein Vermögen stützt sich auf die Beteiligung am kanadischen E-Commerce-Konzern Shopify. Der 1980 in Koblenz geborene Lütke absolvierte nach der zehnten Klasse eine Ausbildung zum Informatiker und zog 2002 nach Ottawa. Im September 2004 gründete er dort mit Partnern das Unternehmen, aus dem Shopify hervorging; zunächst verkauften sie Snowboards online, ab 2006 boten sie anderen Händlern auch Software unter dem Namen Shopify an. Lütke gehört seit der Gründung dem Verwaltungsrat an und führt das Unternehmen seit April 2008. 2015 ging Shopify an die Börse. Er besitzt die kanadische und die deutsche Staatsbürgerschaft.

Friedhelm Loh folgt auf Platz 5 mit 5,7 Milliarden Euro (plus 0,2 Milliarden; Gesamtliste: Platz 37). Grundlage ist die Friedhelm Loh Group in Haiger, deren Kern der Schaltschrankhersteller Rittal in Herborn bildet. Die Gruppe zählte zu den ersten deutschen Mittelständlern, die nach Asien expandierten. Bis vor Kurzem war Loh außerdem Großaktionär beim Stahlhändler Klöckner. Der 1946 im Siegerland geborene Starkstromelektriker und Betriebswirt übernahm Rittal und Ritto mit 28 Jahren. Privat sammelt er Oldtimer; rund 160 Fahrzeuge daraus zeigt das Nationale Automuseum The Loh Collection in Dietzhölztal-Ewersbach.

Erich Wesjohann belegt Rang 6 mit 5,1 Milliarden Euro (plus 1,4 Milliarden; Gesamtliste: Platz 43). Sein Vermögen stammt aus der EW Group im niedersächsischen Visbek, dem weltweit größten Unternehmen für Geflügelzucht. Der Jahrgang 1945 begann 1962 als Lehrling im elterlichen Landhandel mit Brüterei. 1998 teilten er und sein Bruder Paul-Heinz das Familienunternehmen auf: Es entstanden die EW Group und die PHW-Gruppe, zu der die Marke Wiesenhof gehört. Die Rollenverteilung in der Familie hat das „Manager Magazin“ einmal sinngemäß so zusammengefasst, dass Erich die Hühner züchte und Paul-Heinz sie schlachte.

Hans-Peter Wild steht auf Platz 7 mit 3,5 Milliarden Euro (plus 0,2 Milliarden; Gesamtliste: Rang 73). Sein Vermögen gründet auf dem Getränkehersteller Capri-Sun; die in Eppelheim ansässige Aromensparte Wild Flavors hat er bereits verkauft. Sein Vater Rudolf Wild gründete das Unternehmen 1931 in Heidelberg, ab 1969 produzierte es Capri-Sonne. Der Jurist Hans-Peter Wild stieg Anfang der 1970er-Jahre ein und baute daraus einen globalen Konzern auf. 1979 gewann er Boxlegende Muhammad Ali als Werbegesicht. Ende September 2026 entließ Capri-Sun den Firmenchef Roland Weening, seither leitet der 85-jährige Wild das Geschäft wieder selbst. Seit 2019 ist er zudem Präsident des Pariser Rugbyclubs Stade Français.

Ralph Dommermuth kommt auf Platz 8 mit unverändert 3,2 Milliarden Euro (Gesamtliste: Rang 82). Sein Vermögen steckt vor allem im Internet- und Mobilfunkkonzern United Internet aus Montabaur, außerdem hält er fünf Prozent an Borussia Dortmund. Der gelernte Bankkaufmann, Jahrgang 1963, gründete 1988 die Firma, aus der United Internet hervorging. Heute gehört ihm knapp die Hälfte des Konzerns mit Marken wie 1&1, GMX und Web.de.

Auf Platz 9 folgt Ernst Freiberger mit 2,8 Milliarden Euro, ein Minus von 0,3 Milliarden (Gesamtliste: Platz 95). Er bündelt seine Geschäfte in der Freiberger Holding im oberbayerischen Amerang und investiert in Immobilien, Kliniken, Hotels und Oldtimer; hinzu kommt die Berliner Tectum. Den Grundstein legte der Lebensmittelhersteller Freiberger, den er inzwischen verkauft hat. Bekannt wurde er als „Pizza-König“: 1976 erwarb er in Berlin die insolvenzreife „Versandbäckerei“ und machte sie zu Europas größtem Hersteller von Tiefkühlpizza. 1998 verkaufte er das Unternehmen an den Südzucker-Konzern.

Heidemarie Engelhorn schließt die Zehnerreihe mit unverändert 2,5 Milliarden Euro ab (Gesamtliste: Platz 108). Ihr Vermögen geht auf den Pharmakonzern Boehringer Mannheim zurück. Ihr verstorbener Mann Curt Engelhorn war an dessen Holding Corange beteiligt und stand an ihrer Spitze. Der Urenkel des BASF-Gründers führte Boehringer Mannheim jahrzehntelang und verkaufte Corange 1997 für rund elf Milliarden Dollar an Roche. Er starb 2016 im Alter von 90 Jahren. Das Ehepaar förderte unter anderem das Heidelberg Center for American Studies an der Universität Heidelberg.

Den zehnten Rang teilt sich Engelhorn mit zwei weiteren Einzelpersonen, deren Vermögen ebenfalls auf 2,5 Milliarden Euro geschätzt wird. Klaus-Peter Schulenberg, Gründer und Chef des Ticketvermarkters CTS Eventim, verlor 1,1 Milliarden Euro. Torsten Toeller, Gründer und Inhaber der Tierbedarfskette Fressnapf, legte um 0,3 Milliarden Euro zu.