KI-gestützte Meldung auf Grundlage der verlinkten Originalquelle.

Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in Deutschland ist im Juli auf den höchsten Monatswert seit 13 Jahren gestiegen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts wurden 2.373 Fälle registriert, das sind 8,0 Prozent mehr als im Juli des Vorjahres. Zuletzt lag der Wert im Juli 2013 mit 2.459 Fällen höher.

Aktien.news ordnet die Entwicklung als Fortsetzung eines Trends ein, der sich bereits im ersten Halbjahr gezeigt habe. Die wirtschaftliche Lage vieler Unternehmen bleibe demnach angespannt. Im Zeitraum von Januar bis Juli waren knapp 43 von 10.000 Unternehmen von einer Insolvenz betroffen.

Je nach Branche fällt die Betroffenheit unterschiedlich aus. Die höchste Insolvenzquote hat der Bereich Verkehr und Lagerei mit 86 Fällen je 10.000 Betriebe. Es folgen das Gastgewerbe mit 70 und das Baugewerbe mit 63 Insolvenzen je 10.000 Betriebe. Aktien.news sieht in diesen drei Bereichen Wirtschaftszweige, die unter strukturellen und konjunkturellen Belastungen leiden. Für Anleger in den betreffenden Branchen seien die Zahlen aus Sicht des Portals ein wichtiger Risikoindikator, denn hohe Quoten könnten auf grundlegende Probleme wie steigende Kosten, sinkende Nachfrage oder strukturellen Wandel hindeuten.

Bei den Forderungen der Gläubiger zeigt sich ein anderes Bild. Sie belaufen sich im laufenden Jahr auf 21,9 Milliarden Euro, im Vorjahreszeitraum waren es 31,8 Milliarden Euro. Als Erklärung nennt aktien.news, dass im Durchschnitt kleinere Unternehmen betroffen sind als ein Jahr zuvor. Weniger Großinsolvenzen führten zwar zu geringeren Forderungssummen, bedeuteten aber nicht zwangsläufig eine Entspannung der Gesamtlage.

Nach Einschätzung des Portals sind Pleiten kleinerer Unternehmen für Privatanleger relevant, weil sie anders als Großinsolvenzen oft wenig Aufmerksamkeit erhielten. Sie könnten dennoch Zulieferer, Geschäftspartner und regionale Wirtschaftsstrukturen empfindlich treffen.

Für die Einordnung der Daten ist die Erfassungsweise des Statistischen Bundesamts wichtig. Eine Insolvenz wird erst gezählt, wenn das zuständige Insolvenzgericht seine erste Entscheidung getroffen hat. Zwischen dem Antrag und dieser Entscheidung vergehen in der Regel etwa drei Monate. Die im Juli gemeldeten Fälle gehen somit auf wirtschaftliche Schwierigkeiten zurück, die schon Monate zuvor begonnen hatten. Aktuelle Entwicklungen in der Realwirtschaft schlagen sich laut aktien.news erst mit Verzögerung in der Insolvenzstatistik nieder.

Bei den Verbrauchern ging die Zahl der Insolvenzen leicht zurück. Im Juli lag sie bei 7.111 Fällen und damit 1,0 Prozent unter dem Wert des Vorjahresmonats. Aktien.news sieht darin einen Hinweis, dass private Haushalte im Vergleich zu Unternehmen etwas stabiler aufgestellt sind.